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12. September 2014

Bertelsmann-Stiftung: Unnötige OPs erneut bestätigt

Ein Krankenhauszimmer mit medizinischem Gerät

Die Bertelsmann Stiftung veröffentlicht eine Studie zu hohen Operationszahlen in Deutschland. Finanzielle Fehlanreizen und medizinische Infrastruktur werden als Grund angegeben. Für die Studie wurde die Häufigkeit von Operationen in allen 402 deutschen Kreisen und Städten ausgewertet. Unter der Leitung von Marion Grote Westrick kam die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass es starke regionale Unterschiede in der Gesundheitsversorgung gibt.

So wurde in Regionen in denen es eine hohe dichte an Belegstationen gibt auch eine höhere Anzahl an Operationen nachgewiesen – dies vor allem in den Bereichen der HNO (Mandelentnahme bei Kindern), Blinddarm- und Prostata-Eingriffen, Kaiserschnitten, Gebärmutterentfernung oder bei künstlichem Gelenkersatz.

Allerdings liegen die Operationsquoten in manchen Regionen auch stark unter dem Durchschnitt: so wurde in manchen Regionen auffallend wenig operiert, meist gibt es einen direkten Zusammenhang zu der lokalen Versorgung mit Krankenhausbetten/Krankenhausressourcen.

Die meisten der Fakten, die die Studie festhält, sind bereits aus früheren Studien der Bertelsmann-Stiftung, aber auch der OECD oder des AOK Gesundheitsreports bekannt. Wirklich überraschend ist die Information aus der ZEIT, dass angeblich in Regionen, in denen es viele niedergelassene Orthopäden gibt, weniger Knie-Operationen durchgeführt werden.

Die Leiterin der Studie erläutert diesen Zustand in der Zeitung DIE ZEIT wie folgt: da sich durch einen Gelenkersatz viele Gelenkbeschwerden bessern würden, würden die Orthopäden ihren Patienten von einem operativem Eingriff abraten – um ihre Patienten länger halten zu können. Wenn sich dies bewahrheiten sollte, gäbe es nicht nur unnötige Operationen, sondern auch unterlassene Operationen, die durch finanzielle Anreize begründet sind.

In ihrer Studie empfiehlt die Bertelsmann-Stiftung den Ärztekammern und Aufsichtsbehörden, die Regionen, in denen es zu oben beschriebenen Auffälligkeiten kommt, genau zu überprüfen. Eine solche Überprüfung kann durch unabhängige, standardisierte Zweitmeinungen erfolgen, wie sie Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU), der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Prof. Dr. Karl Lauterbach, oder auch Jens Spahn (Mitglied des Gesundheitsausschusses; CDU) in der Vergangenheit wiederholt erwähnt und gefordert haben.

 

Links:

Bertelsmann-Studie:

https://faktencheck-gesundheit.de/fileadmin/daten_fcg/Downloads/Pressebereich/140912_PM-OECD-Gesundheitsreport_final.pdf

frühere Studie zu Knie-OPs:

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/versorgungsforschung/article/848306/zahl-knie-op-vergleich-wo-neue-knie-bluehen.html

weiterführende Informationen – Faktencheck Knieoperation der Bertelsmann-Siftung:

https://faktencheck-gesundheit.de/presse/faktencheck-knieoperation/

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