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4. März 2014

„Auf Augenhöhe“ – der mündige Patient

Arzt-und-Patienten

Im Februar 2013 wurde das Patientenrechtegesetz verabschiedet. Es regelt gebündelt im BGB, was zuvor bereits in verschiedenen Gesetzbüchern festgehalten war. Die Verabschiedung des Gesetzes impliziert, dass Patienten ein solches Gesetz benötigen, weil sich in der Patientenversorgung irgendetwas stark verändert haben muss. Doch was? Und: wer kann es besser machen? Der Patient? Der Arzt? Oder stimmen die Rahmenbedingungen einfach nicht…

Wie das Deutsche Ärzteblatt 2007 in einer Umfrage herausfand, hat ein Arzt hat in Deutschland durchschnittlich 7,8 Minuten Zeit1, um einen neuen Patienten zu untersuchen und anschließend eine Diagnose zu stellen. Ein internationaler Vergleich (England: 11 Minuten, USA: 19 Minuten)1 im selben Beitrag des Ärzteblatts zeigt, dass deutsche Ärzte unter einem sehr hohen Zeitdruck stehen. Daher muss sich ein Arzt in Deutschland  während der Anamnese auf das Wesentliche konzentrieren. Ein wirkliches Gespräch zwischen Arzt und Patient findet nicht statt, weil der Arzt einfach keine Zeit zum Zuhören hat.

Dauert die Diagnose zu lange, füllt sich vor allem in urbanen Ballungszentren das Wartezimmer. Dabei zeigen Umfragen, die für eine Doktorarbeit durchgeführt wurden, dass sich Patienten besonders wohl fühlten, wenn ihnen der Arzt zu Beginn des Behandlungsgespräches mindestens eine Minute zuhörte.2 Den meisten Patienten scheint genau der menschliche Bezug und das traditionell hohe Vertrauen in Medizin und Arzt zu fehlen. Sie wollen als Mensch, nicht als Ware behandelt werden.

In der Beratung könne man sehen, dass viele Patienten ihre Rechte nicht kennen, geschweige denn einforderten, so Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler, Geschäftsführer der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD  GmbH). Auch würde ihnen im Medizinbetrieb nicht immer auf Augenhöhe begegnet und einen selbstbewussten Umgang mit Ärzten oder Krankenkassen würden sich viele Ratsuchende gar nicht zutrauen – sie würden einfach glauben, dass sie als Patienten keine Chance haben.

Mittlerweile beraten die Mitarbeiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland jährlich 80.000 Patienten. Dies geschieht über das Telefon, persönlich und auch über das Internet. Wichtig ist Dr. Sebastian Schmidt-Kaehler vor allem, dass sein Unternehmen nicht als “Arzthetze” verstanden wird: In der Behandlung eräben sich in der Beratung auch Hinweise auf Behandlungsfehler [durch Ärzte; Anm. d. Red.], die für die Patienten Anlass gäben, etwas zu unternehmen und möglicherweise auch vor Gericht zu ziehen. Ebenso häufig trage die Beratung der UPD aber auch zur Deeskalation bei.6

Diese Meinung vertreten auch wir von Medexo: Beratung und Zweitbegutachtung fördern beim Patienten das Gefühl, sicher und sinnvoll behandelt zu werden. Dabei geht es in keinem Fall um “Ärztebashing”, oder “Arzthetze”, schließlich leben die Spezialisten-Zweitmeinungen von Medexo von ihren Ärzten – unseren Zweitmeinungsärzten.

Quellen

1Deutsches Ärzteblatt Jg. 104, Heft 38, 21. September 2007. Link: http://www.aerzteblatt.de/pdf/104/38/a2538.pdf (zuletzt abgerufen: 17.07.2013)

2Bär, Teresa (2009): Die spontane Gesprächszeit von Patienten zu Beginn des Arztgesprächs in der hausärztlichen Praxis (Dissertation). Vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité – Universitätsmedizin Berlin.  Link: http://www.diss.fu-berlin.de/diss/servlets/MCRFileNodeServlet/FUDISS_derivate_000000005906/Doktorarbeit_teresa_baer_elektronische_Version_ohne_lebenslauf.pdf?hosts= (zuletzt abgerufen: 17.07.2013)

3Kumar/Schoenstein (2013): Managing hospital volumes – Germany and experiences from OECD Countries. Online: http://www.oecd.org/els/health-systems/ManagingHospitalVolumes_GermanyandExperiencesfromOECDCountries.pdf (zuletzt abgerufen: 17.07.2013)

4Klauber/Geraedts/Friedrich/Wasem (2013): Krankenhaus-Report 2013. Mengendynamik: mehr Menge, mehr Nutzen? Schattauer, Stuttgart.

5Deutsches Ärzteblatt (2007): Bekanntgaben der Herausgeber: Bundesärztekammer – Wahrung der ärztlichen Unabhängigkeit Umgang mit der Ökonomisierung des Gesundheitswesens. Hinweise und Erläuterungen beschlossen von den Berufsordnungsgremien der Bundesärztekammer am 2. April 2007. Online: http://www.aerzteblatt.de/archiv/55880/Wahrung-der-aerztlichen-Unabhaengigkeit-Umgang-mit-der-Oekonomisierung-des-Gesundheitswesens-Hinweise-und-Erlaeuterungen-beschlossen-von-den-Berufsordnungsgremien-der-Bundesaerztekammer-am-2-April-200 (zuletzt abgerufen: 17.07.2013)

6 Deutsches Ärzteblatt (2014): Das Gespräch – “Wir sind bei Ärzten noch nicht bekannt”. Krüger-Brand, Heike E.: Rieser, Sabine. Deutsches Ärzteblatt, Februar 2014.

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