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17. Juni 2014

Medizinische Zweitmeinung unter Ärzten: Und der Patient?

Ärzte bei der Operation

In bestimmten Bereichen ist sie Gang und Gebe – die medizinische Zweitmeinung. Allerdings häufig nur unter Medizinern: Experten-Netze, in denen Kollegen Befunde zweitbeurteilen, gibt es in bestimmten Bereichen der Medizin schon seit mehr als 20 Jahren – so zum Beispiel in der Radiologie, seit längerem macht auch ein Tumorboard in Bayern von sich reden – allerdings wenn es um Krebserkrankungen geht.

Wie die Deutsche Krebshilfe e.V. in ihrer aktuellen Pressemitteilung betont, erhält jeder sechste Hodenkrebspatient eine effektivere Therapie, wenn sein behandelnder Arzt nach der Diagnose eine Zweitmeinung einholt.

Dabei wird wie folgt vorgegangen: diagnostiziert ein behandelnder Arzt einen Tumor im Hoden seines Patienten, schickt er seine Ergebnisse und seinen Therapievorschlag mittels einer Online-Datenbank an Spezialisten der Deutschen Hodentumorstudiengruppe. Nach maximal 48 Stunden erhält der behandelnde Arzt eine Zweitmeinung zu seiner Diagnose. So werden mittlerweile 15 Prozent der diagnostizierten Fälle von Hodentumor zweitbegutachtet. Geleitet wird das Projekt von der Universitätsklinik Ulm.

In der Zeit von 2006 bis 2011 untersuchten die Ulmer Experten 1000 Fälle, bei denen in rund 40 Prozent der Fälle die Zweitmeinung von der vorgeschlagenen Therapie des erstbehandelnden Arztes abweicht. Und das zurecht, war der Behandlungserfolg danach doch weitaus größer.

Aus einem größeren Behandlungserfolg ergibt sich eine höhere Patientensicherheit – in jedem sechsten Fall von Hodenkrebs. Fraglich ist nun, ob sich das Konzept nicht auch auf ein Arzt-Patient-Modell ausweiten lässt. Wie Prof. Dr. Edmund Neugebauer (Direktor des Instituts für Forschung in der Operativen Medizin an der Universität Witten/Herdecke) auf einer Veranstaltung des BKK Dachverbands betonte, gibt es großen Nachholbedarf in der „Patientenorientierung“. Eine Zweitmeinung, die ein Patient selber einholen kann, würde ihm eine Möglichkeit der Orientierung bieten. So ließen sich „Barrieren auf beiden Seiten“ abbauen, die Prof. Dr. Neugebauer erkennt.

Das Unternehmen Medexo bietet Patienten medizinische Zweitmeinungen in diversen Bereichen. Hier können sich Patienten neben einer Zweitmeinung bei Hodenkrebs auch in den Bereichen, Orthopädie, Kardiologie, Gynäkologie, Urologie, Radiologie, Dermatologie und Kinderchirurgie eine zweite Meinung einholen. Das Feedback der Patienten sowie die Evaluation der Behandlungserfolge zeigen, dass auch in anderen Bereichen eine zweite ärztliche Meinung zu einer erhöhten Erfolgsquote bei Behandlungen führt.

Vor Operationen können sich nicht nur Mediziner untereinander die Frage beantworten, ob ein Eingriff wirklich nötig ist. Patienten wird die Chance gegeben, sich auf Augenhöhe mit dem Arzt zu unterhalten. So lässt sich mehr Vertrauen und Unabhängigkeit garantieren.

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