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27. März 2014

Qualitätsförderung – wenn sich Kollegen aufmerksam über die Schulter schauen

Ärzte schütteln sich die Hand

Sich als Arzt in allen Fachbereichen aus zu kennen, ist nahezu unmöglich. Kein Arzt kann in allen Fachgebieten gleich gut sein. Das Wissen, das ein Arzt sich aneignen müsste, würde ihn mehr als seine Lebenszeit kosten. Das technologische und medizinische Wissen entwickelt sich zu schnell. Um im eigenen Fachgebiet up-to-date zu bleiben, besuchen Mediziner Fachkonferenzen, Kolloquien oder auch „Peer Reviews“. Wie das Ärzteblatt berichtet, erfreut sich diese Art des Austauschs nicht nur immer größerer Beliebtheit, sondern wird auch vermehrt in der ambulanten und stationären Qualitätssicherung eingesetzt.

Auf Kongressen, interdiziplinären Kolloquien, Qualitätszirkeln und anderen Formen von “Peer Reviews” werden wertvolle Erfahrungen ausgetauscht. Nun werden Formen von “Peer Reviews” auch stationär und ambulant zur Bewertung von Therapiequalität und -erfolg eingesetzt. Die einzelnen Schritte einer Behandlung werden hierfür möglichst genau dokumentiert. Gemeinsam mit Kollegen (auch anderer Fachbereiche) werden sie anschließend ausgewertet. Dies geschieht, um retrospektive Qualitätsbeurteilungen vorzunehmen, um nachhaltige Qualitätssicherung zu betreiben. Egal um welche der genannten Formen des Austauschs es sich handelt, gehören dabei alle involvierten Akteure derselben Profession an und begegnen einander auf Augenhöhe. So werden wichtige Informationen innerhalb eines Fachbereichs (interdisziplinär) oder innerhalb einer Berufsgruppe (interprofessionell) ausgetauscht.

Wie sich zeigt, ist nicht nur die Einhaltung aktueller Leitlinien oder gar die Orientierung an den neuesten Studien ein wichtiges Element des Qualitätsmanagements im Gesundheitssektor, sondern auch der professionelle Austausch unter Kollegen derselben Profession. Kollegen bewerten die medizinischen Leistungen von Kollegen – eigentlich nicht gern gesehen, doch die Zweitbeurteilung durch Experten auf Fachtagungen, Visitationen, Konferenzen, Kolloquien oder Qualitätszirkeln wird nach und nach fester Bestandteil des medizinischen Qualitätsmanagements.

Auch für den Kontakt zwischen Ärzten und Patienten ist diese Form der Qualitätsförderung interessant. Einerseits können sich Ärzte auf interdisziplinären Tagungen über den Umgang mit Patienten in Beratungs- und Behandlungsgesprächen austauschen. Andererseits könnte ein digitaler Zugang zur eigenen Krankenakte Patienten auf ihrem Weg zu mehr Selbstorganisation und Selbstverantwortung fördernd unterstützen.

Quellen

Griem, Christoph/Kleudgen, Susanne/Diel, Franziska: Qualitätssicherung: Instrumente der kollegialen Qualitätsförderung. Deutsches Ärzteblatt, 26/2013, 28. Juni 2013.

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